Helga Schmidhuber


 


"Neue Votivbilder"

26. Januar - 9. März 2007

 

In den aktuellen Ausstellung zeigt die Galerie Frank Schlag & Cie. zwei unterschiedliche Werkgruppen von Helga Schmidhuber aus dem Jahr 2006. Die großformatigen Gemälde aus der Serie "Hidden Tracks" werden in Essen erstmals präsentiert. Kennzeichnend für Schmidhubers experimentelle Malerei sind Überlagerungen mehrerer Motivebenen, die unterschiedliche Grade der Abstraktion beeinhalten und gegeneinander ausspielen.

Die zweite Serie „glasplasma“ entstand während eines mehrmonatigen Arbeitsaufenthaltes 2006 in Wien.

Helga Schmidhuber ist eine leidenschaftliche Malerin. Erst wenn man sie von ihren großformatigen Leinwänden trennt, beginnt sie zu zeichnen. So stellt die gezeigte grafische Serie etwas ganz Spezielles innerhalb ihres Werkes dar. In Wien weckte vor allem das Thema „Schöne Leich“ die Aufmerksamkeit der Künstlerin. Dieser Ausdruck bezeichnet ein repräsentatives, prunkvolles Begräbnis mit großer Trauergemeinde. Nach umfangreichen Recherchen in wissenschaftlichen Sammlungen entstand der 70-teilige grafische Zyklus „glasplasma“.

Erwartet man nun schaurige Zeichnungen von Toten, wird man gewiss enttäuscht. Der Tod hat hier ein unerwartetes Gesicht, denn die Akteure der Serie „ glasplasma“ scheinen alles andere als tot. Die Liebe zum Leben schließt vielmehr die Liebe zum Tod mit ein – und ist so untrennbar mit ihm verbunden; er ist die andere Seite des Lebens. An Grabbeigaben der erdachten Begräbnisse herrscht dennoch kein Mangel: So finden neben Tieren auch medizinische Geräte, Bauwerke, Sonnenuntergänge etc. ihre letzte Ruhestätte auf Papier.

 
 

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