In den aktuellen Ausstellung zeigt die Galerie Frank Schlag & Cie.
zwei
unterschiedliche Werkgruppen von Helga Schmidhuber aus
dem Jahr 2006.
Die großformatigen Gemälde aus der Serie "Hidden
Tracks" werden in
Essen erstmals präsentiert. Kennzeichnend für
Schmidhubers
experimentelle Malerei sind Überlagerungen mehrerer
Motivebenen, die
unterschiedliche Grade der Abstraktion beeinhalten und
gegeneinander
ausspielen.
Die zweite Serie „glasplasma“ entstand während
eines mehrmonatigen
Arbeitsaufenthaltes 2006 in Wien.
Helga Schmidhuber ist eine leidenschaftliche Malerin.
Erst wenn man sie
von ihren großformatigen Leinwänden trennt,
beginnt sie zu zeichnen.
So stellt die gezeigte grafische Serie etwas ganz Spezielles
innerhalb
ihres Werkes dar. In Wien weckte vor allem das Thema „Schöne
Leich“ die
Aufmerksamkeit der Künstlerin. Dieser Ausdruck bezeichnet
ein
repräsentatives, prunkvolles Begräbnis mit
großer
Trauergemeinde.
Nach umfangreichen Recherchen in wissenschaftlichen Sammlungen
entstand
der 70-teilige grafische Zyklus „glasplasma“.
Erwartet
man nun schaurige Zeichnungen von Toten, wird man gewiss
enttäuscht. Der Tod hat hier ein unerwartetes Gesicht,
denn die Akteure
der Serie „
glasplasma“ scheinen alles andere als tot. Die
Liebe zum Leben
schließt vielmehr die Liebe zum Tod mit ein – und
ist so untrennbar mit
ihm verbunden;
er ist die andere Seite des Lebens. An Grabbeigaben der
erdachten
Begräbnisse herrscht dennoch kein Mangel: So finden
neben Tieren auch
medizinische Geräte, Bauwerke, Sonnenuntergänge
etc. ihre letzte
Ruhestätte auf Papier.
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